Glossar / U

Unternehmenskette.

U
Kurz erklärt

Eine systematische Darstellung der Verarbeitungsstufen vom Rohstoff bis zum Einzelhandel innerhalb der betriebswirtschaftlichen Wertschöpfung.

Definition und Abgrenzung zur Wertschöpfungskette

Eine Unternehmenskette bezeichnet die systematische Abfolge aller Verarbeitungs- und Handelsstufen, die ein Produkt von den Rohstoffen bis zum Einzelhandel durchläuft. Der Begriff wird in der Betriebswirtschaft selten formal definiert und überschneidet sich teilweise mit dem Konzept der Wertschöpfungskette. Während die Wertschöpfungskette alle wertschöpfenden Aktivitäten eines Unternehmens umfasst, fokussiert die Unternehmenskette auf die Verbindung verschiedener Marktteilnehmer entlang des Produktionsweges.

Die Kette beginnt typischerweise bei der Rohstoffgewinnung und erstreckt sich über Verarbeitungsbetriebe und Großhandel bis zum Einzelhandel. Entwurfsphase und Endverbraucher werden dabei meist ausgeklammert. Die einzelnen Kettenglieder sind durch bidirektionale Informations- und Warenströme verbunden, wobei der Informationsfluss für die Koordination der Prozesse entscheidend ist.

Strategische Integrationsformen

Unternehmen können ihre Position innerhalb der Kette durch verschiedene Integrationsstrategien anpassen. Bei der Rückwärtsintegration übernimmt ein Unternehmen vorgelagerte Produktionsstufen, etwa wenn ein Möbelhersteller eine eigene Sägemühle erwirbt. Die Vorwärtsintegration bezeichnet die Übernahme nachgelagerter Stufen, beispielsweise wenn ein Produzent eigene Verkaufsstellen eröffnet.

Neben vollständigen Übernahmen existieren auch Kooperationsmodelle, bei denen Unternehmen verschiedener Kettenstufen teilweise verschmelzen, ohne ihre rechtliche Selbstständigkeit aufzugeben. Alternativ konzentrieren sich Betriebe durch Ausgliederungen auf ihre Kernkompetenzen und spezialisieren sich auf bestimmte Wertschöpfungssegmente.

Steuerung durch Marktmechanismen

Die Unternehmenskette wird oft von Rohstoffen aus dargestellt, doch die tatsächliche Steuerung erfolgt durch die Nachfrage am Markt. Konsumentenbedürfnisse bestimmen Art, Menge und Qualität der benötigten Produkte. Diese Marktinformationen fließen entgegen der physischen Warenströme zurück und beeinflussen alle vorgelagerten Produktionsentscheidungen.

Zeitpunkt und Umfang der Aktivitäten jeder Kettenstufe richten sich nach den Anforderungen der nachgelagerten Partner. Diese nachfrageorientierte Steuerung gewährleistet, dass die produzierten Güter den Marktbedürfnissen entsprechen und reduziert Überproduktion sowie Lagerbestände entlang der gesamten Kette.